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Medienmitteilung vom 20. März 2018
Fixlöhne für alle!

Die aktuelle emotionale Diskussion um die Höhe der Ärztelöhne überdeckt ein viel wichtigeres Problem: Die in Anstellungsverträgen und Lohnreglementen enthaltenen falschen Anreize müssen abgeschafft werden.

Angesichts der in den Medien herumgebotenen Einkommen von über einer Million Franken entsteht der Eindruck, solch hohe Löhne seien bei Chefärzten nicht ungewöhnlich. Es handelt sich aber um seltene Spitzenwerte. Das Streben nach vermehrter Objektivität in dieser Frage muss gleichzeitig den Fokus auf das Wesentliche lenken, nämlich auf die im System inhärenten Fehlanreize, die von den variablen Lohnbestandteilen ausgehen. Die Aussicht auf ein höheres Einkommen führt offensichtlich zu Mengenausweitungen – was wir alle mit höheren Versicherungsprämien zu bezahlen haben.

Die Erklärung, die Verselbständigung der Spitäler habe zu integralem marktwirtschaftlichem Verhalten mit variablen Kaderentschädigungen geführt, greift als Rechtfertigung für variable Entschädigungen zu kurz. Anreize, die zu ungerechtfertigten Mengenausweitungen führen, müssen in jedem System, ob mit mehr oder weniger marktwirtschaftlichen Verhältnissen, verurteilt werden.

Wir fordern deshalb von den Spitalträgerschaften, die variablen Lohnbestandteile (Boni und Honorare) abzuschaffen und alle Ärzte, alle Kadermitarbeitende genauso wie die CEOs, marktgerecht mit einem Fixlohn zu entschädigen. Damit können sie einen Beitrag zur Kosteneindämmung im Gesundheitswesen leisten, weil so keine Anreize zu Mengenausweitungen mehr bestehen.


Für weitere Informationen:
Dr. oec.publ. Richard Bisig, ehem. Spitaldirektor und -verwaltungsratspräsident, M 079 639 21 59            
Dr. med. Christian Hess, Vorstandsmitglied amm, M 079 446 90 57   
Stephan Bachmann, Spitaldirektor, Vizepräsident amm, M 079 460 06 46

Die Akademie Menschenmedizin (amm) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der sich für ein nachhaltiges, patientenzentriertes, qualitativ hochstehendes und bezahlbares Gesundheitswesen in der Schweiz einsetzt. Sie macht sich zur Aufgabe, Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen zu thematisieren, Unterstützung bei Unklarheiten anzubieten und wo möglich eine Gegenbewegung zu initiieren. Zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Gesundheitswesen, aber auch aus Kultur, Ethik und Philosophie unterstützen die amm als Beirat und/oder in Arbeitsgruppen. Seit 2016 nimmt der Verein auch Mitglieder auf.
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