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Newsletter Juni 2016

Aktuelles aus der National Coalition


Liebe Leserinnen und Leser,

so langsam rückt der Sommer in greifbare Nähe. In unserem Juni Newsletter haben wir wieder viele Informationen zum Thema Kinderrechte zusammengestellt.
Ein kleiner Ausblick auf den Herbst: In Kooperation mit fünf weiteren Trägern lädt die National Coalition am 13.September 2016 zu ihrem Fachtag "Kinderrechte verwirklichen" nach Hamburg ein. Das Anmeldeverfahren ist gestartet. Weitere Infos finden Sie nachfolgend. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr Team aus der Geschäftsstelle
 

Aktuelles aus der National Coalition


Die National Coalition Deutschland e.V. lädt in Kooperation mit Deutsche Liga für das Kind e.V., Elbkinder - Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten gGmbH, Lindenstiftung für vorschulische Entwicklung, Patriotische Gesellschaft von 1765 und SOS-Kinderdorf e.V. am 13. September 2016 in der Zeit von 11.00-17.00 Uhr zu ihrem Fachtag "Kinderrechte verwirklichen" in die Hansestadt Hamburg ein. Es wird der Frage nachgegangen, wie der Kinderrechtsansatz im Alltag mit Kindern und Jugendlichen besser umgesetzt werden kann? Es vollzieht sich ein Wandel von einem an den kindlichen Bedürfnissen (needs based approach) zu einem an den rechten des Kindes orientierten Ansatz (rights based approach). Dies hat weitreichende Folgen für die Konzepte und die praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Angesprochen werden Fachkräfte aus Kitas, Schulen, Kinder-und Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Mitglieder der National Coalition und der Patriotischen Gesellschaft und Interessierte sowie Verantwortliche aus Politik und Verwaltung. Anmeldungen sind ab sofort möglich!
Weitere Informationen zum Programm sowie eine Möglichkeit zur Anmeldung für den Fachtag finden Sie auf unserer Website.

 

Kinderrechte in Deutschland

 

Seit Mitte Mai können sich Kinder und Jugendliche für das Kinderrechteprojekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.  bewerben. Bei diesem Projekt befragen Kinder und Jugendliche Menschen in ihrer Stadt zu Themen, die sie bewegen und bei denen sie Veränderungen in ihrem Wohnumfeld erreichen wollen. Bewerben können sich interessierte Kinder und Jugendliche bis zum 01. Juli 2016 mit einem kurzen Video, in dem sie erzählen, zu welchem Thema sie ihre Umfrage machen wollen und warum ihnen gerade dieses Thema am Herzen liegt. Aus allen Einsendungen werden sechs bis acht Gruppen ausgewählt, die dann mit Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerkes die Umfragen durchführen.

Die Kinderreporter werden zum Weltkindertagsfest im September dieses Jahres in Berlin zu einem Workshop eingeladen, um sich über Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Hilfestellungen für die Fortführung der Befragungen zu geben. Im November werden die Umfrageergebnisse dann vor Ort im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und mit Politikerinnen und Politikern sowie Entscheidungsträgern aus der Verwaltung diskutiert.
Mehr Infos, das Video von Ralph Caspers und Shary Reeves aus der WDR-Kindersendung „Wissen macht Ah!“ und zum Bewerben finden Sie hier.

 
Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stellt ihr Arbeitsprogramm 2016–2019 vor. Betroffene und Zeitzeugen können sich telefonisch oder schriftlich bei der Kommission melden, um an Anhörungen teilzunehmen. Erste Anhörungen sollen bereits im Herbst 2016 stattfinden. Das Infotelefon Aufarbeitung 0800 4030040 (anonym und kostenfrei) und die Website informieren über die Arbeit der Kommission und den Ablauf der Anhörungen.
 
Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. und viele andere Organisationen fordern die in Deutschland angebotenen Integrationskurse für alle geflüchteten Menschen zu öffnen. Die derzeitige Zugangsbeschränkung auf Menschen mit "sicherer Bleibeperspektive" schließt bspw. Asylsuchende aus Afghanistan und vielen anderen Ländern aus. Während der Monate langen Asylverfahren ist ihnen somit die gesellschaftliche Teilhabe durch Sprache verwehrt. Mit Ihrer Unterschrift können Sie unter folgendem Link die Petition der Karawane München unterstützen und Kindern wie Erwachsenen das "Ankommen" in Deutschland erleichtern.

Es gibt keine legalen Fluchtwege nach Europa. Gefährliche Routen über die grüne Grenze oder mit dem Schiff über das Mittelmeer wagen zunächst meist Männer ohne ihre Familien. Nach ihrer Anerkennung als Geflüchtete in Deutschland haben sie das Recht darauf, ihre Familien nachzuholen, oft fehlt aber das Geld, um die Reise für die Angehörigen zu finanzieren. Der sogenannte privilegierte Familiennachzug für Geflüchtete ist zudem gesetzlich auf einen Zeitraum von drei Monaten nach der Anerkennung beschränkt. Nach Ablauf der Frist können Geflüchtete ihre Familie lediglich dann nachholen, wenn sie weitere Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel den Lebensunterhalt für sich und ihre nachziehenden Angehörigen vollständig selbst sichern können. Mit dem Fonds für die Zusammenführung von Familien unterstützt die Diakonie Deutschland die Zusammenführung von Kindern mit ihren Eltern. In den Migrationsberatungsstellen wird hierzu beraten und Geflüchtete erhalten Informationen über die Möglichkeit, (Reise-)Kostenzuschüsse zu erhalten. Zu weiteren Projektinformationen gelangen Sie hier.
 
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt angesichts der Forderung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds nach Absenkung der Kinder- und Jugendhilfestandards für unbegleitete Flüchtlingskinder vor einer „Zwei-Klassen-Kinder- und Jugendhilfe“. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes müssen die Standards in der Kinder- und Jugendhilfe bei der Unterbringung, Versorgung und Betreuung von unbegleiteten Flüchtlingskindern unbedingt beibehalten werden.
„Die Kinder- und Jugendhilfestandards müssen für alle Kinder in Deutschland gleichermaßen gelten, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Aufenthaltsstatus. Hier dürfen keine Kostensenkungen auf dem Rücken der Flüchtlingskinder durchgesetzt werden. Unbegleitete Flüchtlingskinder stellen eine der schutzbedürftigsten Personengruppen überhaupt dar und haben ganz besondere Förder- und Unterstützungsbedarfe. Eine dem Kindeswohl entsprechende, bedarfsgerechte Versorgung und Betreuung wird durch die individuellen Hilfen im Rahmen der derzeit gesetzlich verbürgten Standards im Kinder- und Jugendhilfegesetz ermöglicht. Daran dürfen wir nicht rütteln“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. Mehr Informationen zum Thema finden Sie in der Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 17. Mai 2016.
 

Kinderrechte weltweit

 
Smartphone, Markenkleidung, Schokolade - hinter diesen alltäglichen Dingen verbergen sich Geschichten von Hunger, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Ob Landvertreibungen, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen oder Hungerlöhne – Unternehmen in Deutschland nehmen Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer globalen Lieferketten vielfach in Kauf. Die Achtung der Menschenrechte in den Auslandsbeziehungen gilt als freiwillige Angelegenheit.
Eine Chance auf Veränderung könnte der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte bieten, den die Bundesregierung im Juni vorlegen möchte. Vieles deutet aber darauf hin, dass dieser nur unverbindliche Empfehlungen und Beratungsangebote statt gesetzliche Verpflichtungen vorsehen wird. Aus diesem Grund hat das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung die Petition Menschenrechte vor Profit gestartet und bittet alle Interessierten um ihre Unterschrift. Gemeinsam mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis werden Angela Merkel und Sigmar Gabriel aufgefordert, sich für einen ambitionierten Aktionsplan einzusetzen, der folgende Punkte enthält:
-      eine gesetzlich verankerte menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen
-      Klagemöglichkeiten für Opfer von Menschenrechtsverletzungen
-      die Kopplung von öffentlichen Aufträgen und Außenwirtschaftsförderung an die Erfüllung der   Sorgfaltspflicht
Hier finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, durch Ihre Unterschrift etwas zu bewegen.
 
Immer mehr Kinder werden in Flüchtlingsunterkünften zwangsverheiratet. Vor allem bei minderjährigen Mädchen aus Syrien stieg die Anzahl der Kinderehen stark an, teilte die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit mit. Vor dem Krieg in Syrien seien bei 13 Prozent aller Hochzeiten einer oder beide Ehepartner jünger als 18 Jahre gewesen. Nun seien es über 51 Prozent. Vor allen in Flüchtlingscamps in Jordanien, im Libanon, im Irak und der Türkei habe sich die Zahl der Zwangsehen erhöht. Dabei handelten die Eltern oft im besten Glauben, sagt Alia Al-Dalli, die Leiterin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten: „Eine Ehe soll ihren Töchtern in der unsicheren und instabilen Fluchtsituation helfen, sie finanziell, aber auch körperlich abzusichern und ihre Ehre zu bewahren. Häufig wird auch eine Mitgift an die Eltern gezahlt, um eine Heiratserlaubnis zu erhalten. Deshalb ist Armut leider ein häufiger Beweggrund für syrische Eltern, ihre Töchter zu verheiraten.“ Weil Kinderehen aber erhebliche Folgen für die Mädchen haben kann, besteht dringender Handlungsbedarf. Mehr dazu erfahren Sie in der Pressemitteilung der SOS-Kinderdörfer vom 13. Mai 2016.
 

Veranstaltungen

 
Die Aufnahme geflüchteter Kinder und Jugendlicher ist aktuell an vielen Orten in Deutschland ein wichtiges Thema. Ein wesentlicher Teil dieser Kinder und Jugendlichen haben Erfahrungen gemacht, die Traumata zur Folge haben können. Daraus ergeben sich viele Fragen für Verwaltungsangestellte, pädagogische Fachkräfte, Vereine und Verbände, sei es in der Kita, in der Schule, bei der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen oder im Rahmen der Angebote der Jugendarbeit: Was ist ein Trauma und wie erkennt man es? Was sind die besonderen Bedürfnisse von traumatisierten Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund? Wie kann mit einer (möglichen) Traumatisierung umgegangen werden? Welche Hilfen gibt es?
Die Fachtagung lädt alle Teilnehmenden dazu ein, anhand der von Ihnen gemachten Erfahrungen in Ihren Arbeitsfeldern sowie konkreter Ansätze und Praxisbeispiele über die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten zu sprechen, die sich aus dem Thema ergeben.
Mehr Informationen zur Veranstaltung am 07. Juni 2016 in München finden Sie auf der Website "Willkommen bei Freunden".
 
Das Projekt "Das wandelnde Land – spielend mit dem demografischen Wandel umgehen“ hat von Oktober 2014 bis Juni 2016 insgesamt 80 Workshops mit Jugendlichen ab 15 Jahren in Brandenburg und anderen Bundesländern durchgeführt und Pädagoginnen wie Pädagogen fortgebildet. Auf der  Abschlusstagung am 16. Juni 2016 werden nun die Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts präsentiert. Es gibt die Gelegenheit das interaktive Brettspiel „Demographic Games 3000“ kennenzulernen, welches von Studierenden der Uni Potsdam entwickelt und in den Workshops angewandt wurde. Die Veranstalter werden weiterhin vorstellen, wie die Themen Partizipation, Flucht und Migration im Kontext demografischer Wandel einbezogen werden können und mit den Teilnehmenden verschiedene Ansätze diskutieren. Träger und Initiativen, die Projekte zum demografischen Wandel durchführen oder Projektideen haben, können sich auf der Tagung präsentieren und vernetzen. Eine Anmeldung ist unter folgendem Link möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt EUR 10,00.
 
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend plant gemeinsam mit der Koordinierungsstelle “Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft” die Informationsveranstaltung „Jugend-Check“ in Berlin am Mittwoch, 15. Juni 2016, von 10:00 bis 15:00 Uhr. Die Entwicklung des Jugend-Checks für den Bund ist ein jugendpolitisches Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD für die 18. Wahlperiode und Teil der Jugendstrategie „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“. Über den aktuellen Stand der Entwicklung informieren Vertreterinnen und Vertreter des federführenden Bundesjugendministeriums, weiterer Ressorts, des Deutschen Bundesjugendrings, des Bundesjugendkuratoriums, des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung Speyer sowie des Instituts für Gesetzesfolgenabschätzung und Evaluation. Die National Coalition wird anlässlich der Veranstaltung eine Positionierung zum Jugend-Check veröffentlichen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Koordinierungsstelle "Handeln für die jugendgerechte Gesellschaft".
 

Publikationen

 
Als Antwort auf die sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen an Silvester am Kölner Hauptbahnhof durch Männergruppen und die Bewohnerinnen von Flüchtlingsunterkünften durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und andere Bewohner hat Zartbitter Köln die neue Broschüre „Alle Mädchen haben Rechte“ entwickelt. Die von der Kölner Illustratorin Dorothee Wolters gestalteten Illustrationen informieren Mädchen und junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund über ihre Rechte: über ihr Recht auf Bildung, auf medizinische Versorgung, auf ihr Recht am eigenen Bild, auf Schutz vor sexuellen Übergriffen, auf gewaltfreie Erziehung und Ausgrenzung und insbesondere auf ihr Recht auf Hilfe und Trost. Die Broschüre erleichtert das Gespräch über sexuelle Übergriffe. Ebenso eignet sie sich für die Arbeit mit Mädchen und Frauen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen – in der Schule, Kirchengemeinde, im Jugendverband, Jugendzentrum, in der Beratung und in Flüchtlingsunterkünften. Die Broschüre kann im Zartbitter-Onlineshop bestellt werden.
 
Auch geflüchtete Kinder haben ein Recht auf Schutz und Förderung! Alle Kinder sollten ohne Gewalt aufwachsen und durch gleichwertige Bildungsmöglichkeiten gleiche Chancen für ihr weiteres Leben erhalten. Deutschland hat nicht nur die Möglichkeiten hierzu, sondern hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention auch dazu verpflichtet, diese Kinderrechte in Deutschland zu verwirklichen. Damit viele Kinder erfahren, welche Rechte sie haben, sind in der Broschüre "Auch du hast Rechte! Selbstverständlich?!" die zehn wichtigsten Kinderrechte einfach in Bild und Wort erklärt worden. Unter diesem Link kann die Broschüre in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden.

"Alle Kinder können mitbestimmen" - egal, wo sie herkommen, in welcher Familie sie leben und was sie können. Sie realisieren ihre eigenen Ideen und zeigen den Erwachsenen, dass das geht. Nach drei Jahren Modellprojekt x-mal anders. x-mal gleich. hat die Bürgerstiftung Barnim Uckermark nun eine Dokumentation herausgegeben, um die Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen, Anregungen zu geben und Mut zu machen. Mut für mehr Beteiligung von Kindern im Alltag von Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Und Mut für strukturelle Veränderungen, die es jungen Menschen ermöglicht, in der heutigen Gesellschaft stark zu sein und sich in die Gestaltung ihrer Lebenswelten einzubringen. Die Dokumentation kann auf der Website der Bürgerstiftung heruntergeladen werden.




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National Coalition Deutschland e.V. Mühlendamm 3 Berlin 10178 Germany
Email: info@netzwerk-kinderrechte.de
Tel: +4903065776933
www.netzwerk-kinderrechte.de


V.i.S.d.P.: Luise Pfütze, Prof. Dr. Jörg Maywald
Redaktion: Kirsten Schweder und Mascha Steiner

Die National Coalition Deutschland e.V. wird aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes gefördert.

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