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Digitale Oktober-Notizen!
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Digitale Notizen 10/15

#weblexikon:
30 Begriffe zur digitalen Gegenwart

Liebe Leserinnen und Leser!

diese Ausgabe des Newsletters ist besonders: Sie ist ein Lexikon! Wie in der letzten Mail angekündigt, habe ich zehn Jahre nach dem Web2.0-Lexikon im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung erneut ein Gegenwarts-Lexikon zusammengestellt: im #weblexikon weiter unten finden Sie 30 Begriffe zur digitalen Gegenwart. Verbunden mit der Einladung eigene Begriffe zu ergänzen.

Durch die Lektüre ergibt sich ein wie ich finde interessanter Blick auf die digitale Gegenwart. Die Begriffe formen einen Rahmen für das, was Sie alle täglich mit dem Netz und der Digitalisierung bewältigen.

Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche und inspirierende Lektüre

Dirk von Gehlen
P.S.: Das Foto stammt - mal wieder - aus der Datenbank unsplash .
DER OKTOBER (Standards)
Was wir wissen:
... Manfred Spitzer ist wieder da. Bevor man sich von ihm "Cyberkrank" schreiben lässt, lohnt allerdings ein Blick in diesen Text von Douglas Adams.
... Twitch lässt jetzt nicht mehr nur Gamer streamen, sondern auch Künstler: der Atelierbesuch wird digital.
... der Shruggie steht für eine Haltung.


Was wir (noch) nicht wissen:
... ob Gertjan Verbeek mit seiner Philosophie Erfolg haben wird beim VfL Bochum. Man sollte sie aber mal nachlesen.
... ob Sie sich für Pornos interessieren. Hier steht, was die Medien- von der Sexbranche lernen kann.
... wie die Buchmesse 2016 wird, aber vermutlich werden wieder zahllose Papierbücher in die Messehallen geschleppt. So wie dieses Jahr.

Das Lexikon des Web

30 Begriffe zur digitalen Gegenwart

 

Adblocker
Filtersysteme, die beim Betrachten einer Webseite die Werbung ausblenden, nennt man Adblocker. Als Apple mit dem mobilen Betriebssystem iOS9 diese Möglichkeit auf Smartphones (>>> Mobile) eröffnete, rückten Adblocker in die öffentliche Debatte (Hintergrund aus der SZ)

App
Abkürzung für das englische Wort Application, mit dem Anwendungssoftware für Mobilgeräte beschrieben wird (>>> Mobile).

Big Data
Schlagwort um große Datenmengen zu beschreiben. In der Definition der Beratungsfirmen Gartner aus dem Jahr 2011 zeichnet sich Big Data durch drei V aus: Volume (die Masse an Daten), Variety (die Breite der unterschiedlichen Daten), Velocity (die Geschwindigkeit, mit der man auf Daten zurückgreifen kann). Der Buchautor Bernhard Marr ergänzte 2014 zwei weitere Vs: Veracity (der Wahrheitsgehalt der Daten) und Value (der Wert der Daten).

Clickbaiting
Die Technik mit Übertreibungen Ankündigungen vor allem in sozialen Medien zu verfassen, wird als Clickbaiting bezeichnet. Auf deutsch könnte man von Klickködern sprechen, die ausgelegt werden, um Menschen dazu zu bringen, auf Teaser zu klicken bzw. diese zu teilen.

Cloud
Englisches Wort für Wolke, beschreibt die Möglichkeit Daten außerhalb von privaten Rechnern auf externen Servern zu lagern.

Crowdfunding
Im Deutschen häufig als Schwarmfinanzierung bezeichnetes Finanzierungsprinzip, bei dem Nutzer vor der Erstellung und gemeinsam mit dem Produzenten ein Produkt finanzieren. Bekannte Crowdfundingplattformen sind Kickstarter, Indiegogo und in Deutschland Startnext. Das Buch "Eine neue Version ist verfügbar" wurde über Crowdfunding ermöglicht. Als Pionierin des Crowdfundings gilt die Musikerin Amanda Palmer, die über ihre Erfahrungen des Buch "The Art of Asking" geschrieben hat. Hinweise auf interessante Crowdfunding-Projekte gibt es im loading-Newsletter.

Datenjournalismus
Oberbegriff für jegliche Form von Journalismus, der sich mit der Bearbeitung von Daten beschäftigt.

Digitale Gesellschaft
Grundrechte und Verbraucherschutz im Netz sind die zentralen Themen des Vereins, der 2010 in Berlin gegründet wurde. (>>> EFF)

Disruption
Schlagwort der digitalen Transformation, das auf das englische "to disrupt" (unterbrechen, zerreißen) zurück geht. Der Wirtschaftswissenschaftler Clayton M. Christensen beschrieb 1997 in seinem Buch "The Innovators Dilemma" das Prinzip disruptiver Technologien, die bestehende Märkte zerreißen. Anhänger von Christensens These sehen diese Entwicklung auch in Folge der Digitalisierung. Sie beziehen sich dabei oft auf Joseph Schumpeter und seine Beschreibung der "schöpferischen Zerstörung".

EFF
Die Electronic Frontier Foundation wurde 1990 in San Francisco gegründet und setzt sich für Grundrechte im digitalen Raum ein. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden gewinnt sie zunehmend an Bedeutung.

Filter Bubble
Buchtitel des Autors Eli Pariser aus dem Jahr 2011 (hier eine Buchbesprechung). Beschreibt eine durch technische Filter hervorgerufende Blase, in der einzig die Themen und Meinungen Aufmerksamkeit bekommen, die eh schon von Interesse sind. Kritiker sehen die Filter Bubble als Auslöser für einen selbstverstärkenden Mechanismus in sozialen Netzwerken.

Fernmeldegeheimnis
In Artikel 10 des Grundgesetzes ist geregelt, dass die Fernmelde- oder Telekommunikationsbotschaften nicht abgehört und überwacht werden dürfen. Durch die Enthüllungen von Edward Snowden sehen viele Menschen dieses auch Telekommunikationsgeheimnis genannte Grundrecht als beschädigt an.

Hashtag
Bezeichnung für das Rautezeichen auf der Tastatur. Frühe Twitter-Nutzer kamen auf die Idee, Schlagworte mit diesem Zeichen zu versehen, um Themen besser sortieren zu können. Daraus entstand zunächst eine Filterfunktion auf Twitter und eine Schlagwort-Kultur auch außerhalb des Web - mehr dazu in dieser Folge 15 Minutes of Fame.

IoT
Abkürzung für das Internet der Dinge (Internet of Things), das die Vernetzung smarter Geräte beschreibt. Dabei werden Gegenstände mittles Sensoren ausgestattet und so verbunden, dass sie kontextabhängig miteinander kommunzieren können. Der Kühlschrank, der selbsttätig bermerkt, dass keine Milch mehr da ist und neue bestellt, ist das vermutlich bekannteste Beispiel für eine Entwicklung, die viel weiter reicht und dann auch Industrie 4.0 genannt wird.

Kontext
In einer Welt, in der Inhalt identisch dupliziert wird, wird der Rahmen dieses Inhalts immer wichtiger. Die Autoren Shel Israel und Robert Scobel haben deshalb des Zeitalter des Kontext ausgerufen.

Livejournalismus
Oberbegriff für alle Formen des Journalismus, der erlebbar im Netz entsteht. Siehe dazu auch livejournalismus.de

Meme
Schon in den 1970er Jahren hat der Biologe Richard Dawkins das Prinzip der Gene auf Ideen übertragen und dafür den Begriff der Meme geprägt. Im Internet-Zeitalter bezeichnet man jene Trends und Phänomene als Internet-Meme, die sich wie Viren durchs Netz bewegen. Das Blog phaenomeme.de und die ZDFinfo-Serie 15 Minutes of Fame widmen sich diesen Netztrends.

Mobile
Der ungebremste Aufstieg des Smartphones zum zentralen Kommunikationsmittel macht "Mobile" als englische Bezeichung für mobile Internet-Nutzung zu dem großen Wachstumsmarkt für Internet-Unternehmen und Medien. Immer mehr Menschen surfen auf Smarthphones im Netz.

Netzneutralität
Prinzip der Gleichbehandlung von Daten im Internet. Spätestens durch die aktuellen Entscheidungen des Europaparlaments wird dieses Grundprinzip in Frage gestellt. (>> Spezialdienste)

Plattform-Kapitalismus
Von Sascha Lobo geprägter Begriff für die >>>Sharing Economy.

PGP
Die Abkürzung steht für "Pretty Good Privacy" und beschreibt eine der bekannteren Methoden, Kommunikation zu verschlüsseln.

Second Screen
Englisch für "zweiter Bildschirm", beschreibt die Tatsache, dass immer mehr Menschen beim Betrachten des Fernsehschirms einen weiteren Bildschirm betrachten (Smartphone, Tablet, Computer), um auf diesem Second Screen im sozialen Austausch mit anderen zu stehen (>>> Social Media)

Selfie
Begriff für ein digitales Selbstporträt, häufig mit dem Smartphone am ausgestrecken Arm fotografiert. Um immer mehr Menschen aufs Bild zu bekommen bzw. auch die Umgebung im Hintergrund fotografieren zu können, werden so genannte Selfie-Stangen immer populärer. Im Rahmen der Oscar-Verleihung 2014 nutzte die Firma ein Selfie mit Prominten als Werbeformat in der Welt der >>>Meme.

Sharing Economy
Oberbegriff für Geschäftsmodelle, die auf neue Formen des Teilens und der Kollaboration setzen. Dienste wie Uber, das sich als Taxi-Alternative versteht, ohne selber Fahrzeuge anzubieten, werden häufig als Beispiel für die Sharing Economy genannt.

Shitstorm
Der Duden definiert diese Wortneuschöpfung als „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“. Im Zeitalter der sozialen Medien werden Unmutsäußerungen im Netz sehr häufig als Shitstorm bezeichnet.

Shruggie
Mein Lieblings-Emoticon

Social Media
Trendwort, das die Entwicklungen des Web 2.0 (Teilnahme, Interaktion) zusammenfasst. Wird häufig vor allem für Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Instagram genutzt. Gerade im Bereich des >>> Livejournalismus zeigt sich jedoch, dass Social Media mehr ist.

Spezialdienste
Im Rahmen der Debatte um >>> Netzneutralität eingeführter Begriff, der Kommunikationsformen im Netz beschreibt, die bevorzugt behandelt werden sollen. Besonders häufig wird hier von Daten zur Verkehrssteuerung und in der Medizin gesprochen.

Timeline
Die auf Basis der eigenen Freundschaften oder Präferenzen aggregierte Nachrichtenübersicht in einem Netzwerk nennt man Timeline. Dieses Prinzip der personalisieren Sicht auf die Welt, wurde unter dem Schlagwort >>> Filterbubble bzw. narrowcasting oft kritisiert. Es zeigt aber den zentralen Unterschied zwischen personalisierten und nicht-personalisierten Nachrichtenangeboten.

Vorratsdatenspeicherung
Die anlasslose Speicherung von personenbezogenen Daten durch öffentliche Stellen bezeichnet man als Vorratsdatenspeicherung. Im Oktober 2015 beschloss der Bundestag ein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung (>>> Fernmeldegeheimnis)
Welche Begriffe fehlen? Nutzen Sie den Hashtag #weblexikon
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