Copy
View this email in your browser
Guten Morgen <<Vorname>>

Ich hoffe, dir fällt vor Schreck nicht gleich das Handy ins Gesicht, nur weil du hier von einem Fremden geweckt wirst. Für mich ist diese Situation hier auch Neuland, normalerweise zähle ich zu den Leser:innen, aber gemeinsam schaffen wir das (danke Merkel!). Ab und an, das war absehbar, werden William und Salome eine Pause machen und ausschlafen. Darum bin ich heute hier. Hallo, hast du gut geschlafen? Meine Augen sehen noch so aus (Symbolbild):
Heute Montag enden für die meisten Menschen die Gratis-Corona-Tests; Ausnahmen gibt es beispielsweise für einmal Geimpfte oder auch für Jugendliche. Die anderen, welche weder geimpft, noch genesen sind und trotzdem ins Kino, Theater oder Restaurant wollen, müssen ab jetzt ihre Tests selber bezahlen. Die Kosten dürften von den heute rund 50 CHF noch runter kommen.
Die Hoffnung der Politik: Wenn die Tests kosten, soll die Impfquote in die Höhe schnellen.
Obs klappt? Schauen wir mal. Natürlich steht es Veranstalter:innen und ähnlichen offen, die Kosten für die Tests zu übernehmen. Bei kommerziellen Ereignissen erachte ich dies als eher unwahrscheinlich. Aber wie die «Zürcher Studierendenzeitung» berichtet, lanciert die Universität Zürich den «UZH-Covidpass» samt Gratis-Tests. Dies, weil die Uni «grundsätzlich niemanden vom Studium und Bildungsangebot ausschliessen» will. Das Angebot gilt vorerst bis Ende Februar, dann schaue man weiter. Auch die ZHAW will das Testen für die Studierenden gratis belassen, was die ETH macht, ist gemäss NZZ noch nicht entschieden. 
A pro pos Ende Februar: Wann ist die Pandemie eigentlich fertig und wann fallen die Massnahmen? Eine Frage, die ich selber mich inzwischen nicht mehr so oft frage, ich warte einfach ab und freue mich über die virenfreien Lichtblicke im Alltag. Der Zürcher Regierungsrat will es aber genauer wissen und fordert den Bundesrat auf, eine verbindliche Impfquote zu nennen, ab welcher die Massnahmen wie Masken- und Zertifikatspflicht aufgehoben werden, so steht es im Sonntagsblick (Artikel nicht online). Vom Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger, kommt prompt Gegenrede: Es gäbe keinen wissenschaftlichen Konsens, ab wie viel Prozent geimpfter Menschen in der Bevölkerung die Pandemie beendet werden kann. Wir werden sehen.
Auch die Gegner:innen des neuen Covid-Gesetzes wollen die Pandemie beenden; nicht per Impfquote, sondern mit einem Nein an der Urne. Die Unterschriften für das Referendum kommen hauptsächlich aus der dunklen Winkeln der Schwurbler:innen (oder wie sie neu auch genannt werden: «Pandemieverlängerer:innen»), doch jetzt kriegen sie im Abstimmungskampf Hilfe von links: Wie die AZ (Paywall) berichtet, hat sich um Sibylle Berg ein Komitee gegründet, welches das Gesetz aus Angst vor laschem Datenschutz und dem «Überwachungsstaat» ablehnt. Die Debatte kriegt damit eine überraschende neue Perspektive!
Dass Corona von uns allen Opfer verlangt, wissen wir schon lange. Heute, zum Ende der Gratis-Tests haben wir darum quasi eine digitale Gedenktafel für Zürcher Gastro-Lokale erstellt, welche die Pandemie nicht überlebt haben. Es bleibt zu hoffen, dass wir keinen zweiten Teil machen müssen. 
Wer einen wendigen Hals hat, muss nicht mehr ins Yoga. Besonders beweglich, oder einfach von einer bedenklichen Seite, zeigte sich am Wochenende die NZZ. Am Samstag schrieb die einstige Qualitätszeitung über den einstigen SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, welcher unterdessen bei der Weltwoche als Redaktor arbeitet. In dieser Funktion recherchiert er seit Monaten zu einer potenziellen Affäre von Bundesrat Berset und möglichen Verfehlungen in diesem Zusammenhang. Die NZZ freuts, über Mörgeli ist zu lesen: «Aus dem härtesten Politstrategen des Landes ist der härteste Journalist geworden.»
In der Sonntags-Ausgabe diskreditiert die NZZ die monatelangen Recherchen von dutzenden Journalist:innen, welche letzte Woche die Politik und Finanzwelt erschütterte: «Ist die Enthüllung der «Pandora Papers» noch Journalismus oder schon Aktivismus?»
Ja, NZZ, die Frage ist gut und wichtig, aber müsstet ihr euch diese nicht selber stellen? 
Ich habe jetzt eine persönliche Frage an dich: Du liest gerne unser Briefing, bist aber noch nicht Tsüri-Member. Wieso? (einfach auf die entsprechende Antwort klicken, das hilft uns bereits sehr).  Falls du bisher gar nicht wusstest, dass Tsüri.ch Member braucht, dann weisst du es jetzt und kannst sofort hier klicken:
Wenn wir im Februar den neuen Gemeinde- und Stadtrat wählen, wird es, wollen wir wetten?, vor allem um folgende drei Themen gehen: Wohnen, Velo, Klima. Gegen Ende der letzten Woche haben gleich zwei Parteien versucht, das Thema Wohnen für sich zu reklamieren. Die AL sammelte Unterschriften für mehr Alterswohnungen und die SP will ganz grundsätzlich mehr günstige Wohnungen ermöglichen (mehr Mittel für die Stadt, Stärkung der Genossenschaften, mehr Wohnungen für Bedürftige). Hm, und wann werden die Grünen ihre Wohn-Initiative lancieren? 
Natürlich, die Wohnungsnot ist ein ernstes Problem in der Stadt, dass die Parteien aber just jetzt die Initiativen lancieren, ist auch dem bevorstehenden Wahlkampf geschuldet, wie dieser Twitter-Screenshot beweist: AL-Stadtratskandidat Wädi Angst mit dem Klemmbrett auf dem Markt:
Karin Schär ist Zürcherin des Tages, weil sie aus Trauben vom Höngger Rebberg wunderbaren Wein macht. Die Ernte dieses Jahr fällt etwas mager aus, die Unwetter haben die Ernte auf die Hälfte reduziert, schreibt der Tagi heute. Wir haben die Stadtwinzerin letztes Jahr auf dem Rebberg besucht und vor ein paar Wochen hat sie uns am Urban Farming Day durch die Reben geführt. Mit ihren Helfer:innen macht sich die 30-Jährige diese Woche an die «Wümmet». Auf ein gutes Händchen beim Trauben mischen!
Coronazahlen und Kurz-News
Am Freitag, als mit 968 Fällen der nationale Tiefstand seit Juli vermeldet worden ist, verzeichnet der Kanton Zürich 189 neue Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Das 7-Tage-Mittel liegt mit 193.9 etwas darüber; trotzdem: der Sinkflug geht weiter! 
  • Der Zürcher Tourismus leidet noch immer unter der Corona-Pandemie. Wenn wenig geflogen wird, kommen auch wenige Geschäftsreisende. Wie SRF Regionaljournal berichtet, hätten auch der neue Kunsthausbau oder das ZFF keine grosse Sogwirkung auf Tourist:innen. Trotzdem seien solche Institutionen oder Grossanlässe wichtig für eine Destination. 
  • Die Operation Libero hat eine neue Co-Präsidentin. Sanija Ameti übernahm das Amt von Laura Zimmermann, welche am Samstag mit einem Interview in der Schweiz am Wochenende ihren (vorübergehenden) Rückzug aus der Politik bekannt gegeben hatte. Ameti präsidiert die Organisation zusammen mit Stefan Manser-Egli.
  • Am Wochenende ist es in Zürich zu mehreren Gewaltdelikten gekommen: Die Stadtpolizei meldet sieben festgenommene Jugendliche nach einem Raubdelikt im Kreis 1, sowie eine Festnahme nach einer Messerstecherei in der Bäckeranlage im Kreis 4. 
Podium: Urban Conflicts – Common Grounds

Weisst du eigentlich, wie in Zürich Stadtplanung gemacht wird? Wo entstehen Konflikte und wo Kooperationen? An der Auftaktveranstaltung der Urban Publics Zürich werden Perspektiven aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammengebracht.
Vier Menschen aus diesen unterschiedlichen Bereichen diskutieren mit vier Moderator:innen der UpZ die Fragen «Welche Initiativen wären für eine ökologisch nachhaltige, inklusive und fortschrittliche Stadtentwicklung zentral?» oder «Wie arbeiten zivilgesellschaftliche, wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Akteur:innen zusammen?». Ich wünsche eine spannende Diskussion; um 20 Uhr im Kosmos. 


Link zur Veranstaltung
Ich wünsche dir einen schönen Tag, Simon Jacoby

P.S. Das Nützliche zum Schluss

Letzte Woche hat William hier über Teflonpfannen, welche nicht in die Spülmaschine sollten und den Kanzler Kurz, an welchem alles wie Teflon abperlt, geschrieben. Nun, Zeit für 1 Update! Neinein, mir ist nicht unterdessen die Bratpfanne angekratzt worden, aber die Beschichtung von Kanzler Kurz ist kaputt gegangen. Hat ihn jemand aus Versehen in die Spülmaschine getan? Sollte dir das auch mal passieren, also dass dein Kanzler oder deine Pfanne Kratzer bekommen hat, helfen entweder Neuwahlen (?), oder eine Neu-Beschichtung. Für Neuwahlen wendest du dich am besten an die Politik, für eine neue Beschichtung an einen Anbieter via Google. Ein Kratzer muss also nicht das Ende bedeuten! Lohnt sich aber offenbar nur bei einer guten Pfanne...
Das Tsüri-Briefing, der tägliche Newsletter mit viel Liebi. Hier anmelden – oder an Freund:innen weiterleiten. 
Twitter
Facebook
Website
Instagram
Copyright © 2021 Tsüri AG, All rights reserved.


Falls du weniger Mails erhalten möchtest, kannst du hier deine Einstellungen anpassen. 

Falls du gar keine Mails mehr von Tsüri.ch erhalten möchtest, also mit uns Schluss machen möchtest, kannst du dich ganz von der Liste abmelden.