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Guten Morgen <<Vorname>>

Gestern hat der Bundesrat den weiteren Fahrplan im Rennen mit der Corona-Pandemie verkündet. Drei Punkte musst du dazu wissen: 
  • Die Gültigkeitsdauer der Zertifikate mit PCR-Tests bei Genesenen soll auf 365 Tage verlängert werden 
  • Neu sollen Genesene auch mit einem Antikörper-Test ein Zertifikat erhalten können – dieses soll 90 Tage gültig sein 
  • Die Zertifikatspflicht soll vorerst nicht eingeschränkt werden 
(Eine etwas ausführlichere Zusammenfassung der gestrigen Bundesrats-Pressekonferenz findest du bei watson. Und ein Interview mit Alain Berset zu den neuen Regelungen im Blick.)

Vor der Aula der Universität Zürich haben gestern Abend rund 150 Personen gegen ebendiese Zertifikatspflicht an Hochschulen demonstriert. Grund für den Aufmarsch war eine Rede von Gesundheitsminister Alain Berset zu den Themen: Pandemie, Politik und Gesellschaft. Eingeladen wurde er vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung Siaf. Der Tages-Anzeiger schreibt, dass der Protest, der bewilligt war, friedlich blieb, abgesehen von einigen verbalen Auseinandersetzungen. So sollen einige Passanten den Demonstrierenden den Rat mitgegeben haben, sich doch impfen zu lassen. Eine nette Geste, wie ich finde.
Zertifikat zum Zweiten: Die NZZ hat einen Ausflug in die Untiefen der Telegram-Chats unternommen und zutage gefördert, wie der Handel mit gefälschten Covid-Zertifikaten vonstatten geht. So viel vorneweg: Die Chance ist offenbar hoch, dass man an Betrüger:innen gerät. 150 Franken haben die Undercover-Journalisten für einen manipulierten digitalen Impfpass hingeblättert – ein Zertifikat haben sie nie gesehen.

Fake-Zertifikate seien ein weltweites Problem, resümiert die NZZ. Im Darknet gebe es Angebote für in der Schweiz gültige Impfpässe ab 79 Dollar. Wie gross das Ausmass tatsächlich ist, bleibt unklar. Die Kantonspolizei Zürich geht laut der Zeitung nicht davon aus, dass im grossen Stil mit gefälschten Zertifikaten gehandelt werde.
Zertifikat zum Dritten: Ein technischer Fehler sorgte dafür, dass Covid-Zertifikate über das Gültigkeitsdatum hinaus genutzt werden konnten, das berichten die Kolleg:innen von watson in einer Recherche. Dazu musste bloss die Datumseinstellung auf dem Smartphone geändert werden.

Wenn dann bei der Kontrolle im Restaurant oder Kino das Zertifikat nicht gescannt, sondern lediglich der Überprüfungs-Button auf dem Handy des Gastes gedrückt wurde, erschien weiterhin das grüne Häkchen – trotz abgelaufenen Zertifikats. Ob der Bug mittlerweile behoben ist, teilte das Bundesamt für Gesundheit nicht mit, es hielt aber gegenüber watson fest: «Die einzige zulässige Prüfmethode ist die Verwendung der Prüf-App durch die Prüferin oder den Prüfer.»
Es folgt eine Meldung aus der Vergangenheit: Gestern war auf der Website des Tages-Anzeigers ein Artikel über das Hotel Biber in der Altstadt aufgeschaltet, der vom vergangenen November stammt. Dutzende Male bin ich am Schild mit dem hungrigen Nagetier an der Schweizerhof-Gasse vorbeigelaufen, ein einziges Mal war ich auch drin: Im Hotel Biber, der ältesten Jugendherberge der Stadt. Wir waren einer Gruppe Touristen aus Deutschland über den Weg gelaufen, sie luden uns ein in ihre temporäre Behausung.

Ich erinnere mich an ein enges Treppenhaus, an Dosenbier und dass wir aus mit nicht mehr ganz klaren Gründen versucht hatten, miteinander Spanisch zu sprechen – es ist lange her. Mit Wehmut lese ich nun also fast ein Jahr später, dass das Hotel Biber seine Tore längst geschlossen hat. Die Corona-Pandemie hat der Jugi das Wasser abgegraben. Am Schluss, so Besitzer Bernd Fasching, habe man oft nur noch drei Gäste pro Nacht gehabt. «Es machte keinen Sinn mehr.»
Des einen Leid ist des anderen Freud: Im Gegensatz zur Hotelindustrie blüht das Geschäft mit Campern seit der Corona-Pandemie. Im ersten Corona-Jahr 2020 seien in der Kategorie Wohnwagen satte 770 Fahrzeuge mehr gemeldet worden als im Vorjahr, schreibt der Tages-Anzeiger. In diesem Jahr waren es gar 1440 zusätzliche Fahrzeuge. Im Kreis 3 sei regelrechtes Vanspotting möglich. Der Wohnwagenboom hält aber schon seit einiger Zeit an, wie Zahlen des Strassenverkehrsamt Zürich zeigen. 
Zürcher:in des Tages: Der Habichtskauz

Erst seit wenigen Tagen befindet er sich in Zürcher Lüften: der Habichtskauz. Der Zoo Zürich hat drei Exemplare der vom Aussterben bedrohten Eulenart in Empfang genommen, sie sind Teil eines Naturschutzprojekts. Ihr Nachwuchs soll dereinst in den Wienerwald oder ins Wildnisgebiet Dürrenstein ausfliegen, wo sich bereits eine kleine Habichtkauz-Population gebildet hat. Heimisch war der Habichtskauz in Zürich nie, umso mehr heisse ich die drei Käuze mitsamt potentiellem zukünftigen Nachwuchs willkommen!
Coronazahlen und Kurz-News
Im Kanton Zürich wurden gestern Mittwoch 217 neue Fälle von positiven Corona-Tests gemeldet. 74 (+1) sind aktuell hospitalisiert, 27 (+0) befinden sich in Intensivpflege, 19 (+1) sind auf Beatmungsmassnahmen angewiesen.

Das Impftram macht heute von 11 bis 14.30 Uhr am Bahnhof Wiedikon halt und von 15.30 bis 19.30 Uhr an der Bellevue-Schleife.
  • Ende Woche ist die Sommersaison auf dem Zürichsee vorbei, Zeit für die Zürcher Schifffahrtsgesellschaft, Fazit zu ziehen: Im Vergleich zum Vorjahr habe es einen Aufwärtstrend gegeben, stellt eine Sprecherin im Regionaljournal fest. 50 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr habe man gezählt. Aber: Die Zahlen seien noch immer schlechter als vor der Pandemie. Verantwortlich dafür: Das schlechte Sommerwetter.  
  • Das Obergericht verurteilte einen ehemaligen Zürcher Hausarzt und bestätigt damit das Urteil der Vorinstanz: Dieses hatte ein lebenslanges Berufsverbot für den Ex-Arzt verhängt. Der 51-jährige Mann habe 2019 eine Frau im Intimbereich untersucht, obwohl diese bloss erkältet gewesen sei. Zusätzlich zum Berufsverbot erhielt der Mann eine bedingte Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Regionaljournal berichtet.
  • Im Kreis 6 ereignete sich am Dienstagmittag ein tödlicher Unfall. Ein Fussgänger wurde bei der Haltestelle Bad Allenmoos von einem Tram angefahren, der ältere Mann verstarb noch auf der Unfallstelle. Die Stadtpolizei sucht Zeugen des Vorfalls.
Tipp des Tages: Offene Velowerkstatt

Hat dein Velo einen Platten? Oder fährst du seit dem Nachhauseweg-Abenteuer vom letzten Ausgang mit einem leichten Achti rum? Muss deine Fahrradkette mal wieder geölt werden? Hatte dein Drahtesel auch schon weniger quietschende und kürzere Bremswege? Höchste Zeit dein Lieblings-Gefährt wieder auf Hochtouren zu bringen!

In der offenen Werkstatt in der Roten Fabrik kannst du für 15 Franken in der Stunde dein Fahrrad wieder neu frisieren und zum Glänzen bringen. Seife und Ersatzteile sind vorhanden. Das hat dein treuer Begleiter wirklich verdient (und das wisst ihr beide)! Fahr frisch, mit deinem nicht ganz so frischen Göppel in die Rote Fabrik und komm weniger frisch, dafür mit strahlend neuem Göppel wieder raus.

Ort: Rote Fabrik, Seestrasse 395, 8038 Zürich

 

P.S. Das Nützliche zum Schluss

Und gleich nochmals etwas zum Thema Velo. Ich bin selber begeisterter Velo-Fahrer, am liebsten fahre ich lange gerade Strecken, das monotone Pedalieren versetzt mich manchmal in einen trance-ähnlichen Zustand. Ausserhalb Zürichs gibt es hunderte fantastische Strecken, hat man einmal die Stadtgrenze hinter sich gelassen, tut sich einem eine Welt voller verlockender Routen auf.

Es ist aber auch, das darf man nicht vergessen, eine Welt voller Gefahren. Eine Welt, durch die mitunter bullige, wutheulende Asphaltungeheur streifen. Ihnen gilt es auszuweichen, sie unter keinen Umständen zu reizen.

Heute lese ich in Max Küngs Kolumne im Magazin von einem Fahrrad-Unfall, der sich auf seiner Hausstrecke im Zürcher Säuliamt ereignete – nur wenige Stunden, nachdem Küng, selber passionierter Gümmeler, die Strecke befahren hat. Ein 26-jähriger Radfahrer wurde bei einer Frontalkollision von einem Autofahrer getötet. Ein Überholmanöver.

«Manche fahren los und suchen das Glück», schreibt Küng, «andere bringen das Leid. Warum?»
PS: Und dennoch – oder noch viel mehr – gilt das Zitat des Tages:

«I want to ride my bicycle
I want to ride my bike
I want to ride my bicycle
I want to ride it where I like»
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